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Lebendige Rheinauen bei Karlsruhe


Folgende FFH-Lebensraumtypen kommen vor:

Nährstoffarme Gewässer, Neuburgweier

Nährstoffarme Gewässer, Neuburgweier

Nährstoffarme, kalkhaltige Gewässer

Im Südteil des Projektgebiets sind teilweise nährstoffarme, kalkhaltige Gewässer als abgeschnürte Flussrinne erhalten, weil dort sauberes Grundwasser die Gewässer speist. Als Folge von Schlammsedimentation ist der Grundwasserzutritt inzwischen fast zum Erliegen gekommen.

Nährstoffreiche Gewässer, Leopoldshafen

Nährstoffreiche Gewässer, Leopoldshafen

Natürliche, nährstoffreiche Seen

Die meisten Stillgewässer des Projektgebiets gehören dem FFH-Lebensraumtyp „Natürliche nährstoffreiche Seen“ an (z.B. der Eggensteiner Altrhein und der Altrhein Königssee bei Dettenheim). Sie sind meist durch Abtrennung von Flussarmen oder in Abbaugebieten entstanden. Teilweise sind artenreiche Wasserpflanzengesellschaften (z.B. Wasserfeder, Weiße Seerose) erhalten, vielfach dominieren aber wegen Verlandung oder starkem Nährstoffgehalt artenarme, dichte Wasserpflanzenbestände (z.B. Hornblatt).

Flüsse mit Schlammbänken, Eggenstein

Flüsse mit Schlammbänken, Eggenstein

Flüsse mit Schlammbänken

Einige Rheinseitengewässer fließen schwach und weisen regelmäßig trockenfallende Schlammflächen auf (z.B. im Umkreis des Alten Hafens bei Leopoldshafen). Im Frühjahr und Frühsommer können die entsprechenden Standorte noch überspült und deshalb vegetationsfrei sein. Hier entwickelt sich nach dem Trockenfallen eine kurzlebige Vegetation mit Wasserkresse-, Zweizahn-, Zwergbinsen- und Gänsefuß-Arten. Die Schlammbänke bieten nordischen Zugvögeln auf dem Wegzug wichtige Rastplätze. Der Lebensraumtyp ist mit ca. 4,3 ha im Projektgebiet vertreten.

Kalk-Trockenrasen, Neuburgweier

Kalk-Trockenrasen, Neuburgweier

Kalk-Trockenrasen

Kalk-Trockenrasen sind heute nur noch als Relikte vorhanden, zusätzlich hat der Mensch neue auf den Rheinhochwasserdämmen geschaffen. Im Südteil des Projektgebietes sind die Kalk-Trockenrasen artenreicher, auch lebensraumtypische Orchideen kommen vor.

Pfeifengraswiese, Dettenheim

Pfeifengraswiese, Dettenheim

Pfeifengraswiesen

Von den ehemals verbreiteten einschürigen Pfeifengraswiesen („Streuwiesen“) sind im Projektgebiet nur mehr Reste erhalten (rund 3 ha im Projektgebiet). Diese sind sehr reich an seltenen Pflanzenarten (z.B. Niedriges Veilchen, Knollen-Kratzdistel, Sibirische Schwertlilie, Haarstrang). Pfeifengraswiesen haben sich einst durch eine extensive späte Mahd (Streumahd) ausgebildet.

Feuchte Hochstaudenflure, Rheinstetten

Feuchte Hochstaudenflure, Rheinstetten

Feuchte Hochstaudenfluren

Die feuchten Hochstaudenfluren im Projektgebiet haben zwei Verbreitungsschwerpunkte - einerseits in Waldlichtungen und an Ufern in der Aue (v.a. Weichholz-Auen), andererseits an manchen Gräben in der Altaue. Weithin Aspekt bestimmend ist das Schilf, das auch dem Blaukehlchen als Lebensraum dient.

Magere Flachland--Mähwiesen, Dettenheim

Magere Flachland-Mähwiesen, Dettenheim

Magere Flachland-Mähwiesen

Artenreiche, repräsentative magere Flachland-Mähwiesen sind an den Dämmen sowie auf flachgründigen, sandig-kiesigen Rücken der Auen und Altauen erhalten. Dort dominieren Wiesen-Fuchsschwanz und Großer Wiesenknopf an den etwas frischeren Stellen, sowie Wiesen-Salbei und Aufrechte Trespe an den trockeneren Standorten.

Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried, Dettenheim

Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried, Dettenheim

Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried

Der Lebensraumtyp kommt noch an drei Stellen im Nordteil des Projektgebiets vor (< 0,1 ha). Das Schneidried, ein Sauergras, dominiert hier auf dauernassem mineralischem Boden. Von diesem Lebensraumtyp sind nur noch eng begrenzte Relikte in der gesamten Rheinebene geblieben. Da diesem natürlichen Lebensraumtyp im Gebiet der Europäischen Union eine ganz besondere Bedeutung zukommt, wird er als "prioritärer Lebensraumtyp“ eingestuft.

Kalkreiche Niedermoore, AA

Kalkreiche Niedermoore, AA

Kalkreiche Niedermoore

Im Projektgebiet tritt der Lebensraumtyp kleinflächig in der Nähe der Kalkreichen Sümpfe und der Pfeifengraswiesen in Erscheinung (ca. 0,1 ha). Die hiesigen Bestände werden von der Knoten-Binse dominiert und wurden in der Vergangenheit als Streuwiesen genutzt; heute liegen sie zum Großteil brach. Dennoch wachsen hier besonders seltene Arten: das Sumpf-Knabenkraut, der Wassernabel, das Kopfriet und die Davalls-Segge.

Stieleichen-Hainbuchenwald, Philippsburg

Stieleichen-Hainbuchenwald, Philippsburg

Eichen-Hainbuchenwälder

Repräsentative Eichen-Hainbuchenwälder haben sich im gesamten Projektgebiet durch Ausdeichung aus Auenwäldern entwickelt. Sie sind diesen noch sehr ähnlich, unterscheiden sich aber durch das Vorkommen überflutungsempfindlicher Arten (z.B. Hirschkäfer, Lucanus cervus) und einer geringeren Dynamik der Krautvegetation. Ausgedehnte Bestände des Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchenwaldes gibt es zwischen Karlsruhe und Rheinstetten.

Silberweiden-Auenwald, Eggenstein

Silberweiden-Auenwald, Eggenstein

Erlen-Eschen-Wälder und Silberweiden Auenwälder (Weichholzauen)

In der Aue ist der Lebensraumtyp mit repräsentativen, abschnittsweise noch großflächig zusammenhängenden Silberweiden-Auenwäldern auf der Weichholzauenstufe vertreten. Sie werden vom Rhein und seinen Seitengewässern in Abhängigkeit von den Rheinwasserständen überflutet; in Hochwasser-Jahren können hohe Überflutungen mehrere Monate lang andauern. Die Krautvegetation unterliegt steten Veränderungen in Abhängigkeit von den Überschwemmungen. In der Altaue ist der Lebensraumtyp in Form einiger nasser, quellig durchsickerter Erlen-Eschenwälder entwickelt, vor allem in der Randsenke, eine vom Wasser überflutete Rinne parallel zum Rhein. Da diesem natürlichen Lebensraumtyp im Gebiet der Europäischen Union eine ganz besondere Bedeutung zukommt, wird er als "prioritärer Lebensraumtyp“ eingestuft.

Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwald, Leopoldshafen

Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwald, Leopoldshafen

Eichen-Ulmen-Eschen-Auenwälder (Hartholzauen)

Der von Eichen geprägte Auenwald ist in einigen Bereichen repräsentativ erhalten. Die charakteristische Waldstruktur mit breitkronigen Eichen und einer dichten Strauchschicht wurde durch die frühere Mittelwald-Wirtschaft gefördert. Ohne Mittelwald-Wirtschaft tendieren die Hartholz-Auenwälder im Projektgebiet zu Hochwäldern mit hohem Eschenanteil. Nördlich von Karlsruhe wird der Mittelwald-Charakter eines Hartholz-Auenwaldes mittels der historischen Bewirtschaftung durch die Forstverwaltung erhalten und gefördert.

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Letzte Änderung: 26.05.2010