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Pressemitteilung
02.07.2010
Durchschlag im Fluchtstollen Wattkopftunnel
Im Fluchtstollen des Wattkopftunnels in Ettlingen feierten heute, 2. Juli 2010, die Bergleute in Anwesenheit der Tunnelpatin Rosemarie Vetter offiziell den erfolgreichen Durchschlag.
Mit den Vorarbeiten für den 1.515 Meter langen Fluchtstollen wurde im November 2008 im Bereich des späteren Ausgangs an der Pforzheimer Straße begonnen. Am 18. April 2009 wurde der bergmännische Vortrieb für den Zugangsstollen aufgenommen. Die ersten 20 Meter Vortrieb im Übergangsbereich vom Hangschutt zum massiven Buntsandstein-Fels wurden mittels Tunnelbagger durchgeführt. Die weiteren Ausbruchsarbeiten erfolgten im Sprengvortrieb.
Abhängig von den prognostizierten und dann auch angetroffenen geologischen Verhältnissen erfolgte der Vortrieb auf den ersten 1200 Metern des Fluchtstollens mit Abschlagslängen von einem und 1,50 Meter. Zur Sicherung des Stollens wurden die Flächen nach Beseitigung des Ausbruchsmaterials mit einer bewehrten Spritzbetonschale versehen. Die durchschnittliche Vortriebsleistung im Buntsandstein betrug etwa fünf Meter/Tag.
Bei Station 1060 wurde die Rheingrabenrandverwerfung angetroffen. Innerhalb dieser Störungszone ist das Gebirge stark zerbrochen und steil verkippt. Hier traten nun auch Bergwasserzuflüsse auf.
Nach der Rheingrabenrandverwerfung wurden die tonig-mergeligen Gesteine des „Tertiärs“ angetroffen. Ein Sprengvortrieb war hier nicht mehr erforderlich. Deshalb wurden die weniger festen Gesteine mittels Tunnelbagger ausgebrochen. Da die geologischen Verhältnisse im weiteren Verlauf immer schwieriger wurden, konnte der Vortrieb nur noch im abgestuften Vollausbruch bis zum Ende des Stollens durchgeführt werden. Die durchschnittliche Vortriebsleistung reduzierte sich daher auf etwa 3,5 Meter/Tag. Dank der Umsicht aller Beteiligten konnten die gefährlichen Arbeiten ohne Unfälle abgeschlossen werden.
Nach Abwicklung der noch erforderlichen Restausbruchsarbeiten wird ab Ende Juli mit dem Einbau der Innenschale begonnen. Dabei wird eine Arbeitsleistung von zehn Metern pro Tag angestrebt, so dass Mitte des Jahres 2011 der Rohbau des Stollens fertiggestellt sein wird. Anschließend wird mit dem Einbau der erforderlichen Sicherheitstechnik wie zum Beispiel Lüftung, Beleuchtung und Kommunikation begonnen.
Die Baukosten für den Fluchtstollen allein betragen 19,5 Millionen Euro. Die gesamte sicherheitstechnische Nachrüstung im Wattkopftunnel summiert sich auf 26,5 Millionen Euro.
Die Fertigstellung des Fluchtstollens ist für das Jahresende 2011 bzw. das Frühjahr 2012 vorgesehen.
Informationen zu aktuellen Straßenbaustellen finden sich im Internet unter www.im.baden-wuerttemberg.de/; www.bmvbs.de - Rubrik Baustellen-Infosystem; www.baustellen-bw.de.

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