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Pressemitteilung vom 14.07.2011

 

Vorbereitung auf den Beruf für Jugendliche mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Stuttgart

Regierungspräsident Johannes Schmalzl besucht die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) und die Kooperative berufliche Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (KoBV) in der Wilhelm-Maybach-Schule

Schmalzl: Dieser Schulversuch ermöglicht ausgezeichnete Berufschancen

 

Regierungspräsident Johannes Schmalzl besuchte heute mit Schulpräsident Heinz Eberspächer und mit der Leiterin des Staatlichen Schulamts Stuttgart, Ulrike Brittinger, die Berufsvorbereitende Einrichtung in der Wilhelm-Maybach-Schule. Gemeinsam überzeugten sie sich von den bisherigen Erfolgen dieses Pilotprojektes.

„Mit diesem Pilotprojekt bieten sich weitere Berufschancen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Stuttgart. Es ist bemerkenswert, mit welch großem Engagement sich alle Beteiligten dafür einsetzen, gerade diesen Jugendlichen eine Orientierung im Berufsfeld zu ermöglichen“, sagte Regierungspräsident Johannes Schmalzl. „Dabei sind die Lehrkräfte, der Integrationsfachdienst und der Jobcoach wichtige Wegbegleiter.“

Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler der Schule für Körperbehinderte, der Schu-len für Geistigbehinderte (Bodelschwinghschule, Gustav-Werner-Schule, Helene-Schoettle-Schule) und Schülerinnen und Schüler der Förderschulen in Stuttgart sollen bessere Chancen bekommen, ein Beschäftigungsverhältnis auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhalten. Sie sollen fit gemacht werden für den ersten Arbeitsmarkt und ein Leben in Selbstständigkeit: Dies ist der Kerngedanke des Pilotprojekts, das zum Schuljahresbeginn 2009/2010 in Stuttgart begonnen hat. Die Sonderschulen kooperieren bei diesem Pilotprojekt mit der Wilhelm-Maybach-Schule und der Hedwig-Dohm-Schule (beides berufliche Schulen) und weiteren Partner wie dem Integrationsfachdienst und der Agentur für Arbeit.

Neben der BvE in Kombination mit KoBV am Standort Stuttgart gibt es drei weitere Standorte im Regierungsbezirk Stuttgart, an denen dieses Pilotprojekt ebenfalls eingerichtet wurde. Es handelt sich um Bad Mergentheim, Bietigheim-Bissingen und Leonberg. Zahlreiche Landkreise gründen aktuell vergleichbare Einrichtungen. Geplant ist mittelfristig die Weiterentwicklung zu einem festen Bestandteil in der Berufsorientierung in den Sonderschulen.

In der BvE in Stuttgart arbeiten die jungen Menschen im Wechsel mit der Schule an ihren Praktikumsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Im Einzelhandel und verschiedenen Betrieben sammeln die betroffenen Jugendlichen aus Stuttgart wichtige Erfahrungen im Berufsleben.

„Wir sind dankbar, dass wir zahlreiche Betriebe und Institutionen für dieses Praktikum gewonnen haben und für jeden Schüler über einen Praktikumsplatz verfügen“, sagte Frau Schaette vom Integrationsfachdienst. Weitere Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten können, würden jedoch ständig gesucht.

Die BvE ist in zwei Klassenräumen im Nebengebäude der Wilhelm-Maybach-Schule untergebracht. Von den Lehrerinnen und Lehrer der kooperierenden Schulen, dem Jobcoach, sowie der Fachberaterin des IFD werden derzeit insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler in der Berufsvorbereitenden Maßnahme gezielt auf ein selbständiges Leben vorbereitet. Sie nehmen am Hauswirtschaftsunterricht der Beruflichen Schule teil, sind in den Werkstattbereichen (Gießerei, Autowerkstatt und Holzwerkstatt) z.T. mit den Berufsschülerinnen und -schülern zusammen. Ein Ziel ist, dass alle Jugendlichen am Ende der Schulzeit ein Zertifikat über die geleisteten Praktika und Werkstattbereiche erhal-ten, in denen sie tätig waren. Daneben werden die jungen Menschen in den Schulfächern Hauswirtschaft und Werken, Sport- und Kunstunterricht in den Räumen an der Wilhelm-Maybach-Schule innerhalb der Berufsvorbereitenden Maßnahme praktisch unterrichtet. Die betroffenen Jugendlichen kommen jeden Tag selbständig, ohne Betreuer, von zu Hause mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Einrichtung.

Die Jugendlichen können 18 Monate in der Maßnahme bleiben, werden aber wenn es zum Abschluss eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses kommt zu individuellen Zeitpunkten aber auch aus dem Projekt verabschiedet. Die ers-ten Schülerinnen und Schüler wurden daher schon vergangenen Sommer, nach nur einem Jahr, in die Arbeitswelt entlassen.

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Letzte Änderung: 14.07.2011