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Pressemitteilung vom 15.07.2011

 

Regierungspräsidium Stuttgart und Stadt Wendlingen beginnen Planung zur Ertüchtigung der Hochwasserschutzeinrichtungen am Neckar

Gemeinsame Finanzierung der Planung durch das Regierungspräsidium Stuttgart und die Stadt Wendlingen

 

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wendlingen Planungsleistungen zur Ertüchtigung der Hochwasserschutzeinrichtungen in Wendlingen an ein Ingenieurbüro vergeben. Der Auftrag umfasst drei Breiche: Einen linksseitig des Neckars gelegenen, 1200 Meter langen Hochwasserschutzdamm, beim Gewerbegebiet Wert. Als zweite Maßnahme sind der Neubau und die Verbesserung von Hochwasserschutzeinrichtungen rechts des Neckars entlang der Schäferhauser Straße und der Heinrich Otto Straße vorgesehen. Dieser Abschnitt umfasst eine Länge von knapp 2 Kilometer. Als dritte Hochwasserschutzmaßnahme soll die Bahnunterführung an der Seestraße durch mobile Schutzeinrichtungen im Hochwasserfall abgeriegelt werden können.

Das Regierungspräsidium und die Stadt Wendlingen haben dazu im Dezember 2010 eine Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen. Sie umfasst die Durchführung der Planungen bis zum Abschluss der wasserrechtlichen Genehmigung. Hierfür wurde ein Gesamtbetrag von 200.000 Euro veranschlagt, wobei 70 Prozent der Summe, also 140.000 Euro vom Land Baden Württemberg getragen werden. Die Stadt Wendlingen stellt 30 Prozent der Planungskosten, somit 60.000 Euro zur Verfügung.

Die Planungen haben im Juni 2011 mit der Erhebung der Planungsgrundlagen begonnen. Im August und September dieses Jahres sind Vermessungsarbeiten und Baugrunduntersuchungen vorgesehen. Dazu finden auch Bohrungen im Uferbereich des Neckars und an den bestehenden Hochwasserschutzdämmen statt. In einzelnen Fällen müssen auch Kleinbohrungen auf den daran angrenzenden Privatgrundstücken durchgeführt werden. Die betroffenen Grundstückseigentümer werden in jedem Einzelfall vorher von der Stadt angeschrieben und um Zustimmung gebeten. Bei den Vermessungsarbeiten ist es erforderlich einzelne Grundstücke zu betreten. Die Stadt Wendlingen und das Regierungspräsidium bitten hierbei um Zustimmung, Mitwirkung und Verständnis der betroffenen Anlieger.

Ziel der Maßnahme ist der Schutz des Stadtgebiets von Wendlingen gegen ein hundertjährliches Hochwasser. Am Wendlinger Wehr fließen in diesem Fall rund 970 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. Auf Grund der für die kommenden Jahrzehnten prognostizierten Klimaveränderung ist davon auszugehen, dass sich auch Hochwasserereignisse verschärfen werden. Am Neckar in dieser Region wird mit einer Erhöhung der Abflüsse im Hochwasserfall um bis zu 15 % gerechnet. Dies ergibt dann am Wendlinger Wehr einen Abfluss von 1.120 m³/s. Die bestehenden Schutzeinrichtungen müssen soweit erhöht werden, dass sie diesen Abfluss einschließlich einem Zuschlag von 50 cm, dem sogenannten Freibord, abführen können. In Wendlingen bedeutet dies, dass die bestehenden Schutzeinrichtungen im Mittel um 1,00 m bis 1,50 m erhöht werden müssen.

Die Uferbereiche des Neckars sind größtenteils mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Die bestehende Bebauung erstreckt sich vielerorts bis in unmittelbare Nähe des Gewässers. Hinzu kommt eine Vielzahl an unterirdischen Leitungen in den bestehenden Hochwasserschutzdämmen und Uferwegen. Auf alle diese Einrichtungen muss Rücksicht genommen werden. Bei den in Zukunft anstehenden Baumaßnahmen wird es nicht ohne Eingriffe in die bestehende Vegetation gehen. Gleichwohl soll aber jetzt schon so geplant werden, dass diese Eingriffe weitestgehend minimiert und aufs Nötigste beschränkt werden. Es sind daher intensive Abstimmungen mit allen zuständigen Stelle geplant. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt Esslingen.

Das Regierungspräsidium Stuttgart und die Stadt möchten die Planungs- und Genehmigungsphase bis zum April 2012 abschließen. Wann und in welchen Zeiträumen die einzelnen Maßnahmen dann umgesetzt werden, hängt dann zunächst von der Entscheidung des Gemeinderats der Stadt Wendlingen ab. Für die Bauausführung der drei Maßnahmen wird nach einer ersten groben Schätzung mit knapp 4 Millionen € Baukosten gerechnet. Weitere Informationen für die Öffentlichkeit erfolgen entsprechend des Projektfortschritts.



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Letzte Änderung: 15.07.2011