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Pressemitteilung
28.07.2011
Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) - Tagung der Hochwasserpartnerschaft Einzugsgebiet Unterer Neckar am 28. Juli 2011;
Regierungspräsidium Karlsruhe übergibt die ersten flächendeckenden Hochwassergefahrenkarten im Regierungsbezirk;
Hochwassergefahren gemeinsam meistern
„Mit den fertig gestellten Hochwassergefahrenkarten erhalten die Kommunen und die Bürgerinnen und Bürger entlang der wichtigsten Nebengewässer des Neckars erstmals eine hochwertige Datengrundlage, um sich über die möglichen Gefahren durch Hochwasser zu informieren.“ Das sagte Abteilungspräsident Hansjörg Wahl vom Regierungspräsidium Karlsruhe heute (28.07.11) in Mosbach anlässlich der Übergabe der Karten an vier Landkreise und 45 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet ‚Unterer Neckar’ in Mosbach. „Die immensen Schäden, die bei Hochwasserereignissen entstehen, können bei rechtzeitig getroffenen Vorsorgemaßnahmen verringert, wenn nicht sogar verhindert werden“, so Hansjörg Wahl weiter.
Die Hochwassergefahrenkarten für die Seitengewässer des Neckars sind die ersten flächendeckenden Karten, die im Regierungsbezirk Karlsruhe fertig gestellt wurden. Es handelt sich dabei vor allem um die Gewässer Elsenz, Schwarzbach, Elz, Itter und Steinach mit ihren wichtigsten Nebengewässern, insgesamt 320 Flusskilometer. Dieses Gebiet liegt zwischen Ladenburg im Westen, Mosbach im Osten und Eppingen im Süden. Es sind auch acht Gemeinden im Landkreis Heilbronn (Regierungsbezirk Stuttgart) betroffen. Am Neckar selbst wurden in dieser Region bereits 78 Kilometer veröffentlicht.
Diese Arbeiten sind eingebettet in ein Großprojekt zur Erstellung von Hochwassergefahrenkarten für ganz Baden-Württemberg, das mit diesem Projekt Vorreiter in Deutschland ist. Die Hochwassergefahrenkarten werden in Baden-Württemberg flächendeckend in einem Gemeinschaftsprojekt zwischen Land und Kommunen erstellt. Mit dem Auslegen der Hochwassergefahrenkarten werden die darin dargestellten Überflutungsbereiche (HQ 100) rechtskräftig. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf das Handeln Aller an den betroffenen Flüssen und Bächen. So hat dies auch direkte Auswirkungen auf kommunales Handeln. Es dürfen z.B. Baugebiete, die in Überschwemmungsgebieten ohne einen Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser liegen, nicht ausgewiesen werden. Um zukünftige Schäden zu vermeiden, sollen diese Bereiche von einer Bebauung freigehalten werden.
„Wir werden nun die Auslegung der fertig gestellten Hochwassergefahrenkarten in den Landratsämtern sowie in den Städten und Gemeinden zügig veranlassen“, versicherten stellvertretend die beiden anwesenden Landräte Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis) und Stefan Dallinger (Rhein-Neckar-Kreis). „Mit diesen neuen Informationen werden alle Handelnden am Fluss in die Lage versetzt, ihre Aktivitäten auf einen ganzheitlichen und vorsorgenden Hochwasserschutz auszurichten“, so die beiden Landräte weiter.
Die heute vom Regierungspräsidium übergebenen Hochwassergefahrenkarten werden ab dem 1. August im Internet über eine interaktive Karte für jedermann als Information und als Grundlage für sein Handeln zur Verfügung stehen (www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de). Auf dieser Internetplattform finden Bürgerinnen und Bürger darüber hinaus vielfältige Informationen zur Hochwasservorsorge, zur Hochwasservorhersage sowie vielen weiteren Fragen rund um das Thema Hochwasser.
Im Rahmen der fünften Tagung der Hochwasserpartnerschaft Unterer Neckar wurden neben der Auslegung der HWGK noch weitere Themen wie die Umsetzung einer EU-Richtlinie mit der Erstellung von Hochwassermanagementplänen und Schutzmöglichkeiten vor wild abfließendem Wasser diskutiert.
„Beim Krisenmanagement ist und bleibt die Vorbereitung zum koordinierten Handeln und die zeitnahe Weitergabe der Informationen das wirksamste Mittel zur Gefahrenabwehr“, so WBW Geschäftsführer Thorsten Kowalke. „Hierbei helfen die Tagungen der Hochwasserpartnerschaften.“ In diesem Rahmen können die Maßnahmen in „Trockenzeiten“ abgesprochen und auch umgesetzt werden. Aus diesem Grund fand bereits die fünfte Tagung der Hochwasserpartnerschaft im Einzugsgebiet Unterer Neckar statt. „Das Wissen um die möglichen Gefahren ist unabdingbar. Deshalb hat das Land Baden-Württemberg in den letzten Jahren enorme Anstrengungen erbracht, die Einwohner über diese Gefahren aufzuklären“, so Hansjörg Wahl und Thorsten Kowalke weiter. „Die unentbehrliche Grundlage dafür sind die Hochwassergefahrenkarten.“
Zusätzliche Informationen zur Hochwassergefahrenkarte (HWGK):
Weitere Hochwassergefahrenkarten entlang anderer Gewässer werden folgen. Es ist geplant, im Jahr 2012 die HWGK für die Rheinebene zwischen Iffezheim und der hessischen Landesgrenze auszulegen. Bis zum Jahr 2013 sollen die Karten flächendeckend für ganz Baden-Württemberg berechnet und spätestens 2015 ausgelegt werden. Die HWGK sind ein Gemeinschaftsprojekt des Landes Baden-Württemberg mit dem Städtetag (als Vertreter der Kommunen). Das Regierungspräsidium Stuttgart hat die Federführung und koordiniert für Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den anderen Regierungspräsidien die Vergabe und Herstellung der Karten für insgesamt 12.300 Flusskilometer - davon 2.100 km im Bezirk Karlsruhe. Europaweit hat Baden-Württemberg mit den HWGK eine Vorreiterstellung eingenommen, an der sich die weiteren Mitgliedstaaten orientieren. Das Pilotprojekt begann im Jahre 2003. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite zu den Hochwassergefahrenkarten unter www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de.
Zusätzliche Informationen zu Hochwasserpartnerschaften:
Der vorsorgende Hochwasserschutz steht im Mittelpunkt der seit 2003 in Baden-Württemberg bestehenden Hochwasserpartnerschaften. Hochwasserpartnerschaften sind ein Zusammenschluss von Kommunen, Fachverwaltungen und Institutionen innerhalb eines Einzugsgebietes. Im Land sind mittlerweile flächendeckend 24 Hochwasserpartnerschaften aktiv. Hochwasserschutz ist eine Querschnittsaufgabe, Akteure aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen stehen in der Verantwortung und müssen oft über Verwaltungsgrenzen hinweg handeln, deshalb orientiert sich die Abgrenzung der Partnerschaften an Flusseinzugsgebieten, im Bedarfsfall werden diese an Verwaltungsgrenzen angepasst.
Im Dezember 2004 haben die Kommunen im Einzugsgebiet Unterer Neckar eine Partnerschaft gegründet. Ziel ist es, mit regelmäßigen Veranstaltungen zum Thema Hochwasser, Arbeitskreisen zu Fachthemen, Diskussionsrunden und Fortbildungen bei den Partnern das Bewusstsein für ein jederzeit mögliches Hochwasser dauerhaft zu verankern.
Die Hochwasserpartnerschaften werden durch die WBW Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung im Auftrag des Landes in Baden-Württemberg organisiert. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite der WBW Fortbildungsgesellschaft unter www.wbw fortbildung.de.

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