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Pressemitteilung vom 29.07.2011

 

L 1066 - Ortsumfahrung Fichtenberg und Beseitigung der Bahnübergänge in Fichtenberg (Kreis Schwäbisch Hall)

Ortsumfahrung fertiggestellt - Gesamtfertigstellung Mitte 2012 - Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider: Wichtige Maßnahme zur Entlastung der Bevölkerung von Fichtenberg

 

„Im November 2006 begannen die Arbeiten an der L 1066 Ortsumfahrung Fichtenberg im Zuge der Beseitigung der Bahnübergänge in Fichtenberg. Nach über vier Jahre ist nun mit der Fertigstellung der Ortsumfahrung ein großer Meilenstein bei der noch bis Mitte 2012 dauernden Gesamtbaumaßnahme erreicht“, betonte Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider heute in Fichtenberg bei einem Ortstermin gemeinsam mit Landrat Gerhard Bauer und Bürgermeister Roland Miola sowie Vertretern der Straßenbauabteilung. Es handele sich um eine für die Entlastung der Bevölkerung vom Durchgangsverkehr wichtige Maßnahme, so Schneider. In die gesamte Maßnahme investierten Bund, Land, Deutschen Bahn und die Gemeinde Fichtenberg rund 16 Millionen Euro. „Mit der Fertigstellung Mitte 2012 wird dann eine hochkomplexe Baustelle mit vielen technischen Herausforderungen, die zahlreiche Besprechungen und Abstimmungen erforderte, ihren Abschluss finden. Die Gemeinde Fichtenberg kann dann daran gehen, ihre bisherige Ortsdurchfahrt neu zu gestalten“, betonte Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider.

Seit Baubeginn wurden rund 2,7 Kilometer neue Straßenabschnitte erstellt: Die L 1066 führt nun südlich am Ort vorbei. Die L 1050 aus Oberrot kommend wurde im Bereich des ehemaligen Bahnüberganges mit einer 115 Meter langen Brücke über die Bahn und die Rot an die Ortsumfahrung angeschlossen. Damit ist Fichtenberg nun vom Durchgangsverkehr mit immerhin rund 6.500 Fahrzeugen pro Tag befreit.
Neben der Brücke im Zuge der L 1050 wurden noch drei weitere über die Rot erstellt. Im Bereich der Kreuzung mit der Tälestraße wurden zwei Brückenbauwerke erstellt, für die auch die Rot und der dort einmündende Mühlkanal verlegt werden mussten.
Damit von der Mühläckersiedlung die direkte Wegverbindung zum Ortskern erhalten werden konnte, wurde auch eine Fußgängerunterführung in die neue Umgehungsstraße eingebaut. Im Bereich der Kreuzung der neuen L 1066 mit der Tälestraße besteht eine weitere sichere Querungsmöglichkeit für Fußgänger. In der Gesamtsignalanlage können die Fußgänger über einen Anforderungsschalter den Verkehr auf der L 1066 und der Tälestraße entsprechend beeinflussen und sicher die Fahrbahnen queren.

Auch die Gemeinde Fichtenberg hat eine Brücke über die Rot erstellt. Über diese erreicht man künftig das Gewerbegebiet Langwiesen von der neuen Umgehungsstraße aus. Für den Lärmschutz der Mühläckersiedlung sorgen auf rund 530 Meter Länge Lärmschutzwälle und Lärmschutzwände aus Betonfertigteilen mit hochabsorbierendem Vorsatz. In der Höhe erreichen die Kombinationen bis zu 4,50 Meter. Im Zuge der Baumaßnahme mussten auch zwei Sportplätze verlegt werden, die bislang im Bereich der neuen Trasse der L 1066 lagen. Im Herbst dieses Jahres werden auch noch die Bepflanzungsmaßnahmen für die neu entstandenen Einschnitts- und Dammböschungen beginnen.

Derzeit ist die Deutsche Bahn dabei, den innerörtlichen Bahnübergang zu beseitigen und an gleicher Stelle eine Radwegunterführung herzustellen. Diese Arbeiten sollen bis Anfang März 2012 fertig gestellt sein. Daran anschließend wird dann das Regierungspräsidium Stuttgart die Bahnhofsstraße und die Hauptstraße an dieses neue Unterführungsbauwerk anschließen. Damit soll die Gesamtbaumaßnahme dann bis Juni 2012 ihren Abschluss finden.

Auf der Homepage des Regierungspräsidiums Stuttgart werden seit Baubeginn jeweils aktuelle Informationen rund um diese Baumaßnahme, darunter auch zahlreiche Pläne, Übersichten und Fotos, bereitgehalten (vgl. http://www.rp-stuttgart.de/servlet/PB/menu/1259612/index.html ).

Für Kunst am Bau am Bau sorgt derweil die Gemeinde Fichtenberg. Zusammen mit dem Verein der Gartenfreunde Fichtenberg und der Grund - und Hauptschule Fichtenberg wurden Skulpturen entwickelt, die in der Nähe der Umgehungsstraße erstellt werden sollen. Derzeit wird im Bereich der Kreuzung bei der Tälestraße ein solches Schülerkunstwerk verwirklicht. Der Bezug zur Beseitigung des Bahnüberganges wurde dort mit Schienen hergestellt (siehe Bild, die Bauabschrankung wird noch durch ein Holzgeländer ersetzt). Auch Teile des Fichtenberger Wappens werden dargestellt. Weitere Kunstwerke sollen folgen.

Auch in archäologischer Hinsicht war die Baustelle bemerkenswert: Einen bedeutenden historischen Fund machte im vergangenen Frühjahr ein kleiner Junge beim Spielen im Bereich der Baustelle. Im dort abgelagerten Boden entdeckte er eine Tonfigur. Der Junge brachte die Figur mit seinen Eltern zum Bürgermeisteramt. Dieses leitete die Figur an die Denkmalpflege im Regierungspräsidium weiter. Die archäologische Denkmalpflege hat festgestellt, dass es sich bei dem Fund um „eine in Größe und Ausformung seltene menschliche Darstellung des späten Mittelalters“ handele (vgl. Bild). Die Figur soll künftig im Fichtenberger Rathaus ausgestellt werden. Bereits im Februar 2009 wurde bei Aushubarbeiten in der Tälestraße ein gut erhaltener Baumstamm gefunden. Auch hier ließ die Gemeinde das Fundstück untersuchen. Eine dendrochronologische Untersuchung ergab, dass es sich um einen Stamm aus einer Eiche, die vor rund 2500 Jahren gewachsen war, handelte.



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Letzte Änderung: 29.07.2011