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Pressemitteilung

05.12.2011

 

Regierungspräsidium fördert artenreiche Wiesen;
Erste Geländearbeiten für das LIFE+-Projekt„Rheinauen bei Rastatt“ im Teilergrund bei Rastatt-Plittersdorf gestartet


In den kommenden Wochen werden im Teilergrund bei Rastatt-Plittersdorf im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe Rodungsarbeiten durchgeführt. Die Arbeiten finden im Rahmen des LIFE+-Projektes „Rheinauen bei Rastatt“ statt. Sie sind notwendig, um seltene Tier- und Pflanzenarten zu fördern.

Der Teilergrund beherbergt ein besonderes Kleinod des Naturschutzes. Durch Pflegearbeiten der Fischergilde Plittersdorf, der Stadt Rastatt und des Regierungspräsidiums konnte hier ein kleiner Rest einer Streuwiese erhalten werden. Der größte Teil der ehemaligen Grünlandfläche ist mittlerweile jedoch von Gehölzen bewachsen. In diesen Bereichen wird durch die Rodungen diesen Winter und durch eine Einsaat mit geeigneten Samen im nächsen Jahr wieder eine Streuwiese entwickelt. Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Entwicklung des europäischen Netzes Natura 2000 geleistet.

Streuwiesen beherbergen viele geschützte Pflanzen und Tierarten, zum Beispiel das Blaue Pfeifengras, das früher zum Putzen von Pfeifen genutzt wurde und den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, einer Schmetterlingsart. Diese Schmetterlingsart ist auf eine wenig intensive Wiesenbewirtschaftung angewiesen und stellt hohe Anforderungen an ihren Lebensraum. Sie legt ihre Eier ausschließlich an Blüten des Großen Wiesenknopfes ab und verbringt einen Teil ihrer Entwicklung in den Nestern bestimmter Ameisenarten. Im Teilergrund sind die Bedingungen besonders günstig, um diesen und andere geschützte Schmetterlinge zu fördern.
 
Information für die Medien:

Mit dem LIFE+-Projekt „Rheinauen bei Rastatt setzt das Regierungspräsidium Karlsruhe gemeinsam mit zahlreichen Partnern in den Jahren 2011 bis 2015 eines der größten deutschen Naturschutzprojekte um. Das Projekt wird von der Europäischen Union mit rund 4,7 Millionen Euro gefördert. Neben dem Land Baden-Württemberg unterstützen die Städte Rastatt und Baden-Baden, die Gemeinden Durmersheim, Elchesheim-Illingen und Steinmauern, der Riedkanal-Zweckverband, die Umweltstiftung Rastatt, die Stiftung Naturschutzfonds, der Angelsportverein Rastatt, der BUND Südhardt sowie der NABU Kreisverband Rastatt das Projekt finanziell.
Mehr Informationen über das Projekt sind auf der Internetseite www.rheinauen-rastatt.de zu finden. Dort erfährt der Leser beispielsweise, an welchen Stellen Fließgewässer naturnah umgestaltet und wo artenreiche Auewiesen angelegt werden.

LIFE+ ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung von Projekten im Umwelt- und Naturschutz und steht als Abkürzung für L’Instrument Financier pour l’Environnement (das Finanzierungsinstrument für die Umwelt).

Mit dem Naturschutzkonzept Natura 2000 haben sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten zur Aufgabe ge-macht, in Europa charakteristische Lebensräume sowie gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Herzstück von Natura 2000 ist ein Netzwerk von Gebieten, die nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie geschützt sind.


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Letzte Änderung: 05.12.2011