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Pressemitteilung
15.12.2011
Bauarbeiten am Ettlinger Tor legen Grundsteinkassette des Hotels Germania aus dem Jahre 1873 frei
„Dass Vergessenes unerwartet ans Tageslicht treten kann, beweist einmal mehr der Fund der über 138 Jahre alten Zeitzeugnisse in Karlsruhe.“ Das sagte Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner heute (15. Dezember 2011) bei der Präsentation des Inhalts der Gundsteinkassette des ehemaligen Hotels Germania in Karlsruhe.
Bei Bauarbeiten am Ettlinger Tor Center in Karlsruhe wurde vor einigen Wochen in der Karl-Friedrich-Straße, Ecke Kriegsstraße, ein Grundstein mit einer darin enthaltenen Grundsteinkassette des ehemaligen Hotels Germania freigelegt.
Der Stein wurde zu einem Lagerplatz gebracht und die ungeöffnete Kassette an die Restaurierungswerkstatt der Archäologischen Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Karlsruhe übergeben. Dort wurde der Fund dokumentiert und es wurden weitere konservatorisch notwendige Maßnahmen durchgeführt.
Bei der Grundsteinkassette handelt es sich um einen aus Blei bzw. einer Bleilegierung gefertigten Quader. Ein Riss auf der Kassettenunterseite sowie daraus austretende Flüssigkeit ließ vermuten, dass in der Grundsteinkassette enthaltene Dokumente durch die Flüssigkeit bereits Schaden genommen haben könnten. Zur Sicherung des Inhalts wurde die Kassette entlang der Lotnaht am Deckel mittels Skalpell, Spatel und Hammer geöffnet. Dabei stand im Vordergrund, das Erscheinungsbild der Kassette so wenig wie möglich zu verändern.
Der Inhalt wurde gesichtet und nach und nach entnommen. Die Kassette beinhaltete fünf Baupläne des Hotels Germania, eine vermutlich lederne Mappe mit einem Siegel mit Kordel und eine auf den 1. März 1873 datierte Zeitung.
Die Bögen mussten langsam getrocknet und klimatisiert werden, erst dann konnten einzelne Pläne entfaltet und dokumentiert werden.

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