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Pressemitteilung
22.12.2011
L 536: Ortsumfahrung Schriesheim - Bau des Branichtunnels;
Dritter Bauabschnitt
Über die Weihnachtstage werden alle Arbeiten an der Baustelle Branichtunnel ruhen. Die Arbeiter erhalten so die Möglichkeit, die Festtage zuhause mit ihren Familien und Angehörigen zu verbringen. Die letzten Bautätigkeiten in diesem Jahr werden am 22.12.2011 erfolgen. Die Arbeiten werden am Montag, den 02.01.2012 wieder aufgenommen, da der enge Terminplan eine längere Weihnachtspause nicht zulässt.
Nachdem der zweite Bauabschnitt mit dem neuen Knotenpunkt B 3/L 536 schon seit einigen Wochen für den Verkehr freigegeben wurde, haben Anfang November 2011 die vorbereitenden Arbeiten für das Herzstück der Ortsumgehung Schriesheim, den Bau des rund 1,8 Kilometer langen Branichtunnels begonnen.
Im Bereich des zukünftigen Westportals wird der sogenannte Voreinschnitt West hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Baugrube, in der später 80 Meter des Tunnels in offener Bauweise sowie das westliche Betriebsgebäude für die Tunneltechnik entstehen werden. Diese Baugrube hat eine maximale Tiefe von rund 20 Meter und erhält eine Sicherung aus einer Kombination von Spritzbeton und Erdankern. Von ihr aus wird später auch der bergmännische Vortrieb des Haupttunnels starten.
Der Branichtunnel erhält einen ca. 1,2 Kilometer langen parallel zum Haupttunnel verlaufenden Rettungsstollen, in den die im Abstand von maximal 300 Meter angeordneten Notausgänge des Haupttunnels münden. Dieser wird derzeit vom Voreinschnitt West aus vorgetrieben. Aufgrund der geologischen Vorerkundungen wird davon ausgegangen, dass die ersten 60 bis 100 Meter im anstehenden Löß/Lehm herzustellen sind, bevor der festere Granit erreicht wird. Da die angetroffenen Bodenverhältnisse noch ungünstiger sind als erwartet, hat das Regierungspräsidium Karlsruhe entschieden, diesen Teil des Rettungsstollens ohne Unterbrechungen herstellen zu lassen, um die Gefahr von Einbrüchen im vorderen Stollenbereich zu minimieren und schneller den geologisch günstigeren Granit zu erreichen.
Aber nicht nur im Westen, auch im Bereich des zukünftigen östlichen Tunnelportals wird schon fleißig gearbeitet. Nach großflächigen Rodungen wurde dort mit der Schüttung eines neuen Straßendamms für die provisorische Verlegung der Talstraße begonnen. Diese ist notwendig, da auch im Bereich des Ostportals eine Baugrube für die Herstellung von ca. 120 Meter des Tunnels in offener Bauweise entstehen wird. Diese Baugrube hat eine maximale Tiefe von rund 15 Meter und wird im Bereich der heutigen Talstraße liegen.
Bis es aber soweit sein wird, sind noch umfangreiche Vorleistungen zu erbringen. So müssen alle Ver- und Entsorgungsleitungen der Anwohner in diesem Bereich neu verlegt werden. Auch die Kanalisation der Talstraße kann nicht in der heutigen Lage erhalten bleiben und wird erneuert.
Der Weittalbach, der auf Höhe des Hotels Scheid die Talstraße quert, muss im Zuge der Maßnahme abgesenkt werden, da die neue L 536 im Endzustand hier noch rund einen Meter tiefer liegt als die heutige Talstraße.
Auch die Anwohner auf dem Branich hatten teilweise schon Kontakt mit der Maßnahme. Grund sind allerdings nicht die konkreten Bautätigkeiten, sondern das vor kurzem begonnene Beweissicherungsverfahren. Dieses wird durchgeführt, um später durch die Baumaßnahme eventuell verursachte Schäden feststellen zu können. In das Beweissicherungsverfahren werden zunächst alle Gebäude mit einem Abstand bis zu ca. 30 Meter vom zukünftigen Tunnel einbezogen. Kosten entstehen den Eigentümern oder ihren Mietern aus dieser Beweissicherung nicht. Die Beweissicherung dient jedoch der Klärung eventueller Schadenersatzansprüche.
Im Rahmen der optischen Beweissicherung erfolgt eine Begehung sämtlicher Räume eines Gebäudes einschließlich der Untergeschosse. Dabei werden alle in und an den Gebäuden vorhandenen Risse, Feuchtigkeits- und andere bautechnisch relevante Schäden an der Gebäudesubstanz aufgenommen. Der Befund wird protokolliert und durch Fotografien belegt. Neben dem Gebäude werden auch die Außenanlagen, wie Stützmauern, Treppen, Zuwege und Hofbefestigungen besichtigt.
Da die Begehung der Gebäude nur mit Einwilligung der Gebäude- bzw. Wohnungseigentümer und der jeweiligen Mieter erfolgen kann, bittet das Regierungspräsidium Karlsruhe alle Betroffenen, sich nach Erhalt des Anschreibens durch das beauftragte Ingenieurbüro Dr. Spang aus Esslingen aktiv einzubringen und einen Termin für eine Begehung zu ermöglichen.
Je nach Baufortschritt werden die ersten Sprengungen im 1. Quartal 2012 erfolgen. Sobald der Zeitpunkt enger gefasst werden kann, wird das Regierungspräsidium informieren.

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