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Pressemitteilung vom 13.01.2012

 

Gesundheit – Hantaviren

Erkrankungen in Baden-Württemberg nehmen zu - Das Landesgesundheitsamt empfiehlt Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko

 

Erkrankungen durch Hantaviren in Baden-Württemberg nehmen zu. Von Oktober 2011 bis Anfang Januar 2012 wurden nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg (LGA) im Regierungspräsidium Stuttgart bereits 92 Hantavirus-Erkrankungen gemeldet, davon 12 seit Jahresbeginn 2012. Das sind deutlich mehr Erkrankungsfälle als im gleichen Zeitraum der letzten Jahre (2008/2009: 16 Fälle, 2009/2010:71 Fälle, 2010/2011: 55 Fälle). Betroffen sind vor allem die Landkreise Esslingen, Göppingen und Reutlingen.

Hantaviren werden über Rötelmäuse verbreitet, die das Virus über Kot und Urin ausscheiden. Der Mensch infiziert sich in der Regel durch das Einatmen von aufgewirbeltem Staub aus den eingetrockneten Ausscheidungen, in dem die Viren über Tage oder sogar Wochen stabil sind. Eine Hantavirus-Erkrankung beginnt üblicherweise ähnlich wie eine Grippe mit plötzlich einsetzenden hohen Fieber. Hinzu kommen Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bauchschmerzen. Bei einem Teil der Erkrankten entwickelt sich ein Nierenversagen (Nephropathia epidemica), das dialysepflichtig werden kann, sich jedoch in der Regel zurückbildet. 80 Prozent der in den letzten Wochen diagnostizierten Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden. Bei zwei Drittel dieser Fälle lag eine Nierenfunktionsstörung vor.

Rötelmäuse sind typische Buchenwaldbewohner. Ihre wichtigste Nahrungsquelle sind Bucheckern. Nach dem trockenen Sommer 2011 waren die Buchen besonders stark mit Bucheckern behangen. Diese sogenannte Buchenmast begünstigt die Vermehrung von Rötelmäusen. In den letzten Jahren traten Hantavirus-Ausbrüche regelmäßig nach Buchenmast im Vorjahr auf. Regionen mit einem hohen Buchenanteil wie Schwäbische Alb und Schönbuch, sind daher erwartungsgemäß am stärksten betroffen. Nach Erfahrungen früherer Jahre muss mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden.
Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht dort, wo Rötelmäuse vorkommen und bei Tätigkeiten, bei denen Staub aufgewirbelt werden kann. Dies betrifft vor allem Holzarbeiten im Wald und Garten und Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen, in denen Nager vorkommen. Es ist ratsam, bei Reinigungsarbeiten in Keller und Schuppen, beim Umschichten und Tragen von Brennholz sowie bei Kontakt mit Mäusekot besonders vorsichtig zu sein. Bei Nagerbefall im Arbeits- oder Wohnumfeld empfiehlt sich eine gezielte Nagerbekämpfung. Bei Tätigkeiten, die mit dem Aufwirbeln von Stäuben in möglicherweise kontaminierten Bereichen wie Keller, Garage, Schuppen oder Dachboden einhergehen, sollten Schutzmaßnahmen getroffen werden. Detaillierte Hinweise zur Vermeidung von Hantavirus-Infektionen gibt das gemeinsame Merkblatt des Konsiliarlaboratoriums für Hantaviren an der Charité in Berlin und des RKI „Wie vermeide ich Hantavirus-Infektionen“. www.charite.de/virologie/hantapraev.pdf

Stand: 12.01.2012

LK Alb-Donau-Kreis

2

LK Biberach

1

LK Böblingen

1

LK Bodenseekreis

3

LK Calw

1

LK Enzkreis

4

LK Esslingen

11

LK Göppingen

15

LK Heidenheim

2

LK Heilbronn

6

LK Hohenlohekreis

2

LK Karlsruhe

2

LK Konstanz

2

LK Ludwigsburg

2

LK Neckar-Odenwald-Kreis

1

LK Ortenaukreis

1

LK Ostalbkreis

1

LK Rems-Murr-Kreis

1

LK Reutlingen

13

LK Schwäbisch Hall

1

LK Sigmaringen

6

LK Tübingen

1

LK Zollernalbkreis

7

SK Stuttgart

7

SK Ulm

1





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Letzte Änderung: 16.01.2012