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Pressemitteilung vom 06.02.2012

 

Hochwasserrisikomanagementplanung in Baden-Württemberg -

Erste Tagung im Planungsgebiet Mittlerer Neckar

 

Am 6. Februar 2012 fand die erste Tagung zur Hochwasserrisikomanage-mentplanung im Planungsgebiet Mittlerer Neckar im Geno-Haus Stuttgart statt. Die Tagung wurde durch die WBW Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart organisiert. Eingeladen waren die Hochwasserpartnerschaften am Mittleren Neckar und dessen Zuflüssen. Sie vertreten das Gebiet von Backnang bis Nürtingen und von Stuttgart bis Schwäbisch Gmünd.
„Gemeinsames Ziel ist es, neue Risiken zu vermeiden, bestehende Risiken zu reduzieren und die Folgen während und nach einem Hochwasser so gering wie möglich zu halten“ betonten die beiden Moderatoren Matthias Berg, Erster Lan-desbeamter im Landkreis Esslingen und Günter Riemer, Bürgermeister der Stadt Kirchheim.
Das Planungsgebiet Mittlerer Neckar ist das erste Gebiet im Regierungsbezirk Stutt-gart, in dem alle Arbeitsschritte der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie umgesetzt werden, und ist damit Vorreiter für die Region. Über 100 Vertreter von Städten, Gemeinden, Behörden und Verbänden informierten sich auf der Tagung über die notwendigen Schritte für ein umfassendes Hochwasserrisikomanagement. Es ist nicht Ziel des Hochwasserrisikomanagements dass bei Hochwasser möglichst alle Überflu-tungen verhindert werden, sondern dass durch die Überflutungen nur möglichst ge-ringe Schäden entstehen. Der Schwerpunkt liegt somit auf der Vorsorge, nicht auf dem technischen Hochwasserschutz z.Bsp. durch Deiche und Mauern. Hier zeichnet sich in Baden-Württemberg wie in Europa ein Paradigmenwechsel ab.
In Baden-Württemberg wird die Hochwasserrisikomanagementplanung federführend von den Regierungspräsidien koordiniert. Dabei werden die verantwortlichen Betei-ligten, wie Kommunen oder staatliche Stellen, über die im Land seit 2003 bewährten Hochwasserpartnerschaften aktiv eingebunden.

Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider übergab zu Beginn der Veranstal-tung die zwischenzeitlich fertig gestellten Hochwassergefahrenkarten für das Ein-zugsgebiet der Fils an die betroffenen Kommunen und das Landratsamt Göppingen. „Die Hochwassergefahrenkarten sind der Ausgangspunkt und die Grundlage für das Hochwasserrisikomanagement. Für die in den Gefahrenkarten dargestellten Überflu-tungsgebiete wird in den nächsten Schritten das Hochwasserrisiko bewertet und an-schließend der Handlungsbedarf ermittelt. Ergebnis der Ermittlung des Handlungs-bedarfs sind Auflistungen der Maßnahmen, die zukünftig von den jeweils Zuständigen umgesetzt werden und zusammen mit den unterschiedlichen Akteuren, einschließlich der Bürgerinnen und Bürger auf deren Bedürfnisse abgestimmt. Auf diese Weise wer-den bei der Auswahl und Gestaltung der Inhalte die Kräfte in der Region gebündelt.“ erläuterte Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider.
Weitere Schwerpunkte der Veranstaltung waren die Risikokarten und die Bewertung der Risiken sowie das weitere Vorgehen bei der Maßnahmenplanung. In ca. einem Jahr werden die Entwürfe der Maßnahmenpläne im Rahmen einer weiteren Tagung mit den verantwortlichen Handelnden und mit der Öffentlichkeit diskutiert.
Umfassende Informationen zum Hochwasserrisikomanagement in Baden-Württemberg sind auf der Internetseite www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de zusammengestellt.

Kurzinfo:

Hochwasserrisikomanagement
Der Begriff Hochwasserrisikomanagement wurde mit der 2007 in Kraft getretenen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (EU-HWRM-RL) der Europäischen Union verbindlich eingeführt. Bis Ende 2015 sollen europaweit Hochwasserrisikomanagementpläne erstellt werden.

Hochwasserrisikokarten
Die Hochwasserrisikokarten bauen auf den Gefahrenkarten auf. Sie stellen dar, wel-che „Schutzgüter" in den Gebieten liegen, die jeweils mit geringer, mittlerer und hoher Wahrscheinlichkeit von Hochwasser betroffen sind. Schutzgüter sind „Gesundheit“, „Umwelt“, „Kulturgüter“ und „Wirtschaftliche Tätigkeiten“. Die Risikokarten werden durch Steckbriefe für jede Gemarkung ergänzt. Darin werden die betroffenen Nutzungen flächenmäßig bilanziert und die gefährdeten Objekte konkret benannt. Die Risikokarten und Steckbriefe sind dadurch ein wichtiger Schritt bei der Hochwasserrisikomanagementplanung. Sie bilden die Grundlage zur Beurteilung der Risiken in einem Planungsgebiet und für die Ermittlung des Handlungsbedarfs.

Planungsgebiet
Als Planungsgebiet ist das Gebiet bezeichnet, für das auf regionaler Ebene (C-Ebene) ein Hochwasserrisikomanagement-Plan (HWRM-Plan) erstellt wird. Das Planungsgebiet ist die räumliche Bezugsgröße für die verschiedenen Arbeitsschrittschritte während der Hochwasserrisikomanagementplanung.



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Letzte Änderung: 06.02.2012